Kirchen

Backsteinkirchen prägten bis 1945 die Städte im deutschen Osten. In Köslin war es über 600 Jahre die gotische Pfarrkirche Sankt Marien südwestlich des mit vier Morgen damals zweitgrößten deutschen Marktplatzes. Ihr Turm ist 57 Meter hoch. Erstmalig wurde sie 1331 urkundlich erwähnt; ihr Bau soll jedoch zwischen 1292 und 1310 begonnen worden sein. Seit 1945, als bis auf wenige Ausnahmen alle Gebäude am Markt und in den angrenzenden Straßen eingeäschert wurden, steht die Nordseite der Marienkirche, die jetzt Kathedrale des katholischen Bischofs ist, frei.Das älteste Gotteshaus ist die Schloßkirche, die 1278 als Klosterkirche des Zisterzienser-Ordens erbaut wurde. Lange vor Beginn der Reformation zu Anfang des 16. Jahrhunderts verfielen das Nonnenkloster und seine Kirche. Doch nach dem Bau des Fürstenschlosses 1602 hat man sie wieder hergerichtet. In den folgenden 400 Jahren hat Feuer sie zerstört, entweihten französische Besatzungstruppen sie, aber immer wurde sie wieder aufgebaut und neu geweiht. 1998 konnte die Schloßkirche durch finanzielle Hilfe der deutschen Bundesregierung erneut renoviert werden und dient jetzt der orthodoxen Gemeinde Köslins und Umgebung.Auf dem Gollen entstand 1279 eine Bergkapelle. Ihr Turm soll einst jede Nacht beleuchtet gewesen sein, um dadurch den Seefahrern auf der Ostsee Navigationshilfe zu geben. Sie wurde während der Reformation 1533 ein Opfer der Flammen.
Im Jahre 1829 wurde an gleicher Stelle das Gollenkreuz errichtet. Dieses Denkmal, auf einen Entwurf Friedrich Schinkels zurückgehend, diente dem Gedenken der in den Befreiungskriegen 1813 - 1815 gefallenen Söhne Pommerns. Es war ein 42 1/2 Fuß hohes, auf einem Feldsteinfundament ruhendes Kreuz. Um 1980 wurde es polnischerseits entfernt.
Anläßlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II. errichtete die polnische katholische Kirche 1991 wieder eine Wallfahrtskapelle auf dem Gollen, in der Nonnen vom Schönstädter Institut der Marienschwestern wirken.In ihrer äußerlich ursprünglichen Gestalt ist die Gertraudenkapelle an der Bublitzer Straße erhalten geblieben. 1459 erstmals urkundlich erwähnt, erlitt sie mehrfach Zweckentfremdungen, wurde aber auch wiederholt renoviert. Bis 1945 war sie die Kirche der evangelisch - altlutherischen Gemeinde Köslins. Später unter anderem als Abstellraum mißbraucht, wurde sie im Mai 2000 der evangelischen Gemeinde zurückgegeben.
Damit endete nach 55 Jahren ein Provisorium der Gottesdienste der durch die Vertreibung in Köslin und Umgebung zur Minderheit gewordenen evangelischen Deutschen.

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