750 Jahre Stadt Köslin: Die Heimatkreisgruppe war dort.

Foto: Olaf Grutzpalk

Am Morgen des 21. Mai 2016 fuhr der Bus in Hamburg los
Er holte in Bad Oldesloe und Lübeck weitere Reisegefährten ab
und rollte in Fahrtrichtung Osten weiter – nach Hinterpommern.
Am frühen Abend erreichte er gemäß rund 600 Kilometern und
gut zehn Stunden Fahrt über Stettin, Gollnow, Naugard, Plathe
und Körlin endlich das Hotel in Köslin. Es steht an derselben
Stelle, an der früher Schumachers Hotel zu finden war.
Wie immer bei Reisen nach Köslin starteten die meisten gleich
am Abend zu einem ersten Stadtrundgang-
Der zweite führte am nächsten Vormittag an der Pommerschen Bank
 und der Marienkirche vorbei über den Markt durch die Bergstraße
zum Großen Wall mit dem Schlossteich. Der Nachmittag sah die
Gruppe am Strand von Großmöllen promenieren, bevor sie um den
Jamunder See herum über das Deeper Tief und Laase nach
erfolgreicher Durchquerung einer schmalen Allee an das
ehemalige Gutshaus von Wusseken zum Mittagsimbiss gelangte.
Am Abend erlebte sie eine eindrucksvolle Andacht mit dem
deutsch-polnischen Kösliner Pastor in der Gertraudenkapelle
Am eigentlichen Jubiläumstag, Montag, 23. Mai, war
ursprünglich ein mehrsprachiger ökumenischer Festgottesdienst
in der Marienkirche vorgesehen. Dieser verlief jedoch weder
ökumenisch noch mehrsprachig, sondern polnisch-katholisch
Wenigstens hatte der Pastor am Vorabend auf Deutsch gepredigt
Beeindruckend war der Besuch der Kösliner Philharmonie, die
ganz in der Nähe des ehemaligen Konzerthauses Zels liegt.
Der folgende Tag führte die Gruppe über Rügenwalde mit
Rügenwaldermünde und Schwolow zu einem Stadtrundgang
nach Stolp.
Am vorletzten Tag, 25. Mai, erhielt die Gruppe eine Führung durch
die sehenswerte öffentliche Stadtbibliothek, in der auch zahlreiche
Bücher und andere Dokumente aus deutscher Zeit lagern. Anschließend
genossen die Kösliner das Grün des Gollenwaldes mit seinem Turm
und dem Hügel, auf dem sich das ehemalie Kösliner Wahrzeichen, das
Gollenkreuz, erhob. An dem Hauptstein der Gedenkallee auf dem
Neuen Friedhof wurde ein Kranz niedergelegt. Den Tag und die
Jubiläumsreise beendete ein Abschiedsessen in dem Gewölbe der
 Brauerei-Gaststätte

 

Diese Ansichtspostkarte hat der Heimatkreis Köslin e.V. im Februar 2016 herausgegeben. Auf der beschreibbaren Seite steht:
Ältestes Siegel der Stadt Köslin in Pommern, Gründung am 23. Mai 1266 nach deutschem Recht
Siegeltext: SIGILLUM CIVITATIS CUSSALIN

Interessenten können eine oder mehrere zur für sie kostenfreien Lieferung
anfordern. Hilfreich zur Kostendeckung für unseren gemeinnützigen Verein

ist jedoch eine Spende auf das Konto
IBAN: DE 29 1009 0000 5192 7720 03 bei der Berliner Volksbank
mit dem Hinweis „Ansichtskarte“.

 

 

Geschichtliches:

 

Mit der Urkunde vom 23. Mai 1266 wandelte der Bischof von Kammin,
Hermann von Gleichen, den pommerschen Ort Cossalitz in eine Stadt um,
gab ihr den Namen Cussalin und belegte sie mit lübischem (Lübecker) Recht.
Den deutschen Edelleuten Marquard und Herrmann (auch als Hartmann
überliefert) verlieh er unbeschränkte Landeshoheits- und Eigentumsrechte.

 

Die Gründungsurkunde der Stadt enthält den folgenden Text,
aus dem Lateinischen übersetzt in das Deutsch des Jahres 1840:

 

Es mögen daher die jetzt und zukünftig Lebenden erfahren, daß wir dem
Marquard und dem Herrmann, eine Stadt Cussalin genannt zum Besitz
verliehen haben unter folgender Gestalt:
Einhundert Hufen haben wir der Stadt selbst zugelegt, von welchen
Hufen wir dreißig Hufen mit aller Freiheit den Besitzern selbst und
ihren Erben zum beständigen Besitze verliehen. Dazu haben wir für gut
befunden, noch zehn Hufen in dem Walde, welcher Buchwald heißt,
der besagten Stadt zu verleihen. Außerdem haben wir unterhalb (infra)
der Aecker vorbesagter Stadt den Besitzern derselben verstattet, eine
Mühle zu bauen, auch der Stadt selbst die Freiheit gegeben, die Holzungen,
Wiesen und Fischereien innerhalb der Grenzen ihrer Aecker zu nutzen,
außer den Grenzen aber verbieten wir derselben (den Bürgern) mit der
Schleywade und großen Netzen zu fischen, doch geben wir ihnen zur
Fischerei mit kleinem Geräthe, nämlich mit sogenannten Stocknetzen
und dergleichen freie Macht.

 

Ferner, indem wir vorbesagter Stadt eine sechsjährige Freiheit schenken,
behalten wir uns die Vogtei und Gerichtsbarkeit mit vollkommener Ausübung
unserer Rechte vor, ausgenommen den dritten Theil (der Gefälle) welchen wir
der Stadt wollen zu Gute kommen lassen. Wenn aber innerhalb der Feldmark
Mangel an Bauholz sein sollte; so geben wir ihnen hiedurch die Befugnis,
so lange die Freiheit der Stadt selbst währt (also auf sechs Jahre) das Holz
zu hauen, wo sie es nur erlangen können. Auch soll vorbesagte Stadt nach
unserem Willen das lübische Recht haben. Wer sich nur immer diesen zwei
Besitzern anschließen will um sich ansässig zu machen, dem wollen wir gerne,
wie wir dazu verpflichtet sind, in Allem förderlich sein.

 

 

Das alte pommersche Ackermaß Hägerhufe entsprach 60 pommerschen Morgen
Diese wiederum bedeuteten 39,30 Hektar.
Schleywaden waren grobgarnige Fischernetze; als Gefälle in rechtlicher
Hinsicht wurden die Abgaben bezeichnet.