Schulen und Lehranstalten

Die erste bekannte Kösliner Urkunde, in der eine Schule, allerdings unbekannten Namens, erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 1358. Sie enthält den Vergleich eines gewissen Tym Flemming mit dem Magistrat der Stadt. Dann erscheint in einem offiziellen Schriftstück des Jahres 1555 bereits eine öffentliche Stadtschule mit einem eigenen Gebäude. Neben den kostenpflichtigen, privat organisierten und Basiswissen vermittelnden Winkel- oder Klippschulen gab es die gehobenen Stadtschulen, die man seit dem ausgehenden Mittelalter als Bürgerschulen oder lateinische Stadtschulen bezeichnete. Die Kösliner Bürgerschule, die einen guten Ruf hatte, gab den Handwerkern, Kaufleuten und städtischen Beamten eine bessere Vorbildung.

Von 1764 bis zur Gründung des Königlichen und Stadtgymnasiums im Jahr 1821 bestand die Schule aus vier Klassen und wurde von dem Rektor, dem Konrektor, einem Kantor und bis 1773 einem Baccalaureus (Bachelor) geleitet.

1816 wurde auf Initiative des Schulrats Neumann und des Bürgermeisters Braun ein geregelter Schulbetrieb eingeführt, um ihn kontinuierlich weiter zu entwickeln. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts errang das Kösliner Schulwesen Vorbildcharakter für andere pommersche Städte gleicher Größe.

1939 gab es die folgenden Schulen und Lehranstalten:

Staatliche Oberschule für Jungen, das vormalige Gymnasium mit  Oberrealschule an der            Poststraße 30,

Fürstin-Bismarck-Schule, die Städtische Oberschule für Mädchen an der Hildebrandstraße 1,

Nationalpolitische Erziehungsanstalt (NPEA), Internatsoberschule ab 1933; Nachfolgerin der Nationalpolitischen Lehranstalt (NAPOLA) und der Nationalpolitischen Bildungsanstalt (NAPOBI); ab 1918 Staatliche Bildungsanstalt (STABILA) seit 1920, davor die von Friedrich II. gegründete und 1890 nach Köslin verlegte Kadettenanstalt an der Danziger Straße 86,

die Mittelschule in der Moritzstraße 9,

die Erste bis Vierte Gemeindeschule an der Bergstraße 51, der Ringstraße 5, der Moritzstraße 9 und der Schulstraße 19-21,

die Hilfsschule an der Badgasse 13,

die Gewerbliche- und die Kaufmännische Berufsschule an der Regierungsstraße 4.

Ferner:

das Pädagogium Dr. Reusse, eine Höhere Privatschule mit Schülerheim ab dem 1. April 1919 an der Danziger Straße 24,

das Königliche Lehrerseminar ab dem 1. Oktober 1816 zuerst am Schwibbogen nahe der Marienkirche, danach vor dem Hohen Tor und ab dem 15. Oktober 1828 in einem später erweiterten Gebäude in der Friedrich-Wilhelm-Stadt,

die Provinzial-Taubstummenanstalt ab dem 1. November 1860, die ab 1864 in einem Gebäude auf dem Grundstück „Priesterborn“ ansässig war,

die Landwirtschaftliche Schule ab dem 21. Oktober 1893 als Winterschule in der Schule an der Moritzstraße 9 und ab dem Herbst 1904 an der Füsilierstraße.

 

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